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	<description>Reise und Abenteuer</description>
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		<title>2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jan 2026 18:08:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Die vorletzte Woche ist angebrochen! Diese Woche machen wir das, was die andere Hälfte der Kompanie letzte Woche gemacht hat: Sanitätsausbildung. Dazu ist ein ziemlich großes Team von Ausbildern bei uns in der Kaserne und hat diverse Räume und Hallen belegt. Die ersten drei Tage verlaufen alle gleich: Vormittags Theorieunterricht, nachmittags praktische Ausbildung und abends in der Freizeit lernen. Wir handeln den normalen Kram aus dem Erste-Hilfe-Kurs in der ersten Stunde ab. Dann geht es sofort weiter mit „taktischer Erste-Hilfe“. Was tun bei den üblichen Kriegsverletzungen? Wann Kameraden reanimieren und wann nicht? Welche Phasen bei der Ersten Hilfe gibt es? An den Nachmittagen machen wir alles mögliche: Helme von verunglückten Motoradfahrern absetzen, Herz-Druck-Massage &#38; Beatmen, Wunden ausstopfen, Verletzte untersuchen, Verbände anlegen, Kameraden wegtragen und vieles mehr. Und immer wieder, wenn aus heiterem Himmel der Befehl kommt, ein Tourniquet anlegen &#8211; innerhalb von zehn Sekunden muss so fest sitzen wie es sein muss (also so, dass es auch weh tut). Das wird kontrolliert. Für jedes nicht korrekt angelegte Tourniquet gibt es „Strafen“ für alle: Fünf Kniebeugen pro Fehler, über das halbe Kasernengelände zur Kompanie zurück laufen statt gehen, …* An den Abenden wird richtig gepaukt, denn wir werden zwischendurch immer wieder abgefragt und am Donnerstag steht die Abschlussprüfung an. Gegen die San-Ausbildung waren die letzten Wochen Kindergarten! ______ * Beim praktischen Teil tragen wir eine Großteil unsere Ausrüstung: Die schwere Weste, den Helm, einen Rucksack (zum Glück nur den kleinen) und zum Glück auch keine Waffe; die ist noch in Baumholder und wird von den anderen weiterbenutzt, die diese Woche dort schießen.]]></description>
		
		
		
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		<title>Dreckwäsche</title>
		<link>https://223degrees.com/blog/dreckwaesche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 19:31:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Eigentlich „Dreckwäscheservice“! Denn: Man muss seine Dreckwäsche nicht selber waschen! (Genauer die dienstlich gelieferte Wäsche muss nicht selber gewaschen werden. Private Klamotten schon.)  Wie funktioniert das? An zwei Tagen in der Woche kann ich mir ein Formular (in zweifacher Ausfertigung 🙈) beim UvD abholen*. Diese schlechte Kopie enthält doppelseitig eine ziemlich lange und klein geschriebene Liste auf der alle Kleidungsstücke, die wir haben, aufgelistet sind**. Jetzt packe ich meine Dreckwäsche in den ebenfalls dienstlich gelieferten Wäschesack und trage in der Liste beim jeweiligen Kleidungsstück die Anzahl ein. Dann nur noch diverse andere Felder auf dem Formular ausfüllen, inklusive Datum und Unterschrift, schauen, dass auf dem Wäschesack ein Namensaufkleber von mir ist und schon kann ich zurück in die Schlange zum Abgeben der Wäsche. Ist aber nicht nur einfach angeben, sondern: Auf einer weiteren Liste (noch kleiner geschrieben) trägt die UvD unter Zuhilfenahme einer Lupe meinen Namen ein und welche Kleidungsstücke in welcher Anzahl ich abgebe. Dann werden meine Formulare unterschrieben. Eins kommt in meinen Wäschesack (zuknoten und auf den Haufen), das andere behalte ich. Zurück auf die Stube, erst mal erholen von dieser abendfüllenden Aufgabe. Es gibt Kameraden, die lieber alles selber waschen, als sich durch diese Prozedur zu quälen.  Abholen geht dann aber einfach: Am Rückgabetag liegen die Säcke im Flur. Einfach den richtigen finden &#38; mitnehmen. Kurz prüfen, ob drin ist, was drin sein sollte (die erste Ausfertigung meines Formulares ist auf den Sack geheftet, die zweite habe ich ja noch, kann also, wenn ich will doppelt prüfen), alles wieder schön falten und im Schrank verstauen***.  Was ich mich aber frage: Wie machen die das in der Wäscherei? Meine Wäschemenge ist keine Waschmaschinenladung und nicht alles kann gleich gewaschen werden (da ist Wolle dabei, normale Wäsche, weiße Wäsche, …). Ich bin mir aber 100%ig sicher, dass ich genau meine Kleidungsstücke wieder bekommen habe. Zauberei!______  * Inklusive Schlangestehen, denn andere machen genau das gleiche zur gleichen Zeit. Anstehen ist das Zwischendurch-Hobby bei der Bundeswehr. Zieht sich durch. Anstehen um das Formular abzuholen. Anstehen um die Wäsche abzugeben. Anstehen in der Truppenküche. Anstehen bei Schießübungen. Anstehen bei der Waffenausgabe. Anstehen an der Stiefelwaschanlage. Anstehen beim Bettwäschetausch. Anstehen bei der Laufbahnberatung.  ** Natürlich nicht mit einem verständlichen Namen sondern mit einer Nummer und irgendwelchen Abkürzungen. Ist aber nicht so schlimm, denn irgendwo auf den Wäscheetiketten in jedem Kleidungsstück sind drei oder vier mindestens 8-stellige Nummern &#8211; eine von denen ist es! Easy!  *** Neulich einen Geheimtipp gehört: Der Dreckwäschesack hängt innen in der Spindtür. Es gibt Kameraden, die sparen sich das ganze Falten und bewahren einfach alles in dem Sack auf. Wer nichts faltet, kann nichts falsch falten! Alter Falter!]]></description>
		
		
		
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		<title>Klassenfahrt II</title>
		<link>https://223degrees.com/blog/klassenfahrt-ii/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2026 13:18:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Endlich Freitag! Zwei lange Wochen sind vorbei. Endlich wieder nach Hause fahren! Ein letztes Frühstück im Lager Aulenbach. Wir lassen uns ein paar letzte Male von freundlichen Ausbildern respektvoll wegen Fehlverhaltens zurechtweisen und dann geht die Schülerlandverschickung ihrem Ende zu. Alle Frauen rein in den Bus, keine zwei Stunden später packen wir in Germersheim alles aus, reinigen Schuhe, befreien Ausrüstung vom Schlamm und dürfen pünktlich Feierabend machen. Klamotten packen und mit dem Shuttlebus zum Bahnhof. Wie schön ist das zu Hause! Nach einem Wochenende in Germersheim (und der wirklich runtergekommenen Unterkunft in Baumholder) ist es zu Hause sogar noch schöner!]]></description>
		
		
		
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		<title>Fw S., Prüfungen und Rivalität</title>
		<link>https://223degrees.com/blog/fw-s-pruefungen-und-rivalitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 17:05:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Lowlights:  Fw S. und andere*   Prüfungsangst**   Rivalität zwischen den Gruppen und Zügen***  unrealistische Zeiteinsätze****  Schiessen*****  ______ * Der Großteil der Ausbilder der Kompanie ist hier. In Germersheim ist eigentlich nur einer zurückgeblieben, der auf die andere Hälfte der Kompanie aufpasst. Was machen die ganzen Ausbilder? Strenge schauen. Kritisieren. Sich aufregen. Liebevoll brüllen. Die Schiessbahnen auf- und abbauen. Den ganzen Tag in der Kälte und im Wind stehen (ohne die Möglichkeit, sich zusammen auf ein Rucksacklager zu kuscheln). Material ranschaffen. Munition zählen, Magazine laden und ausgeben. Die Schützen betreuen (1:1), mit Tipps versorgen, aufmuntern und korrigieren. Sich nochmal aufregen. Manche mehr, manche weniger, manche haben schon einen Ruf und auf gar keinen Fall, absolut überhaupt gar nicht, will man auf der Bahn dieser Ausbilder schiessen, z. B. bei Feldwebel S. Denn dann bleibt von „Tipps, Aufmunterung und Korrektur„ das hier übrig: ——. Stattdessen liebevolles Anbrüllen, respektvolles Runtermachen, genervtes Augenrollen und Übung nicht bestehen. Leider ist das Russisch Roulett auf welcher Bahn man landet. Die Gruppe, die dran ist, stellt sich auf, marschiert dann wie eine Herde Entenkinder hinter einem Ausbilder her und verteilt sich der Reihe nach auf die Bahnen. Dummerweise wechseln die Ausbilder die Bahnen zwischendurch. Hat man also gehört, das Fw S. im hinteren Drittel ist und man schafft es sich zwischen allen Entenkindern so zu positionieren, dass man im vorderen Drittel landet, kann das gut gehen, oder auch nicht. (Und alle anderen Entenkinder versuchen natürlich auch am richtigen Ende zu stehen.)  ** Alle Übungen, die wir schießen, muss man bestehen. Je nach Übung müssen alle Kugeln treffen, manchmal dürfen auch ein oder zwei daneben gehen. Leider vermiest dieser Druck alles ein wenig. Aber in der Regel kann man die Übungen direkt noch einmal wiederholen und für die ganz schwierigen Fälle ist am letzen Tag noch mal Zeit reserviert. Ziel: Alle sollen bestehen. (Vielleicht sollten sie überlegen Fw S. &#38; seine fiesen Freunde demnächst zu Hause zu lassen &#8211; eine entspanntere Stimmung tut der Treffsicherheit gut.)  *** Wie in der Schule: Der 2. Zug mag den 1. Zug nicht. Der 1. macht den 2. runter. 1. und 2. ziehen über den 3. her. Gruppe 1 (aus dem 1. Zug) hält sich für was besseres als Gruppe 3 (aus dem ersten Zug) und Gruppe 5 (aus dem 2. Zug) versucht mit Gruppe 4 (aus dem 1. Zug) gegen Gruppe 2 (aus dem 1. Zug) Stimmung zu machen. Die jeweiligen Gruppenführer machen es nicht besser, denn sie trichtern jeweils ihrer Gruppe ein, dass sie die beste ist und die anderen absolut zu nicht nutze. Alles höchst pädagogisch wertvoll und absolut erwachsen.  Und zwischen diesen ganzen Kabbeleien lernen wir den 1. Zug ein wenig besser kennen und (teilweise) schätzen.  **** Ich empfehle der gesammelten Ausbildergruppe einen Kurs zu Zeitmanagement und SMARTen Zielen. (Muss ich direkt mal auf die JANNIS-Liste schrieben!) Oder der gesamten Kompanie flinkere Füße. Üblicherweise erteilen die Ausbilder Anweisungen (Waffen reinigen, Rucksack packen, …) gefolgt von: „Zeiteinsatz: x Minuten. Um 1645 stehen sie wieder hier!“. In 98,76% der Fälle sind geplanten Zeiten unrealistisch. Folge: Zeiten werden gerissen, liebevolle Brüllerei, Qualität bleibt auf der Strecke. Oder missverstehe ich die Ziele und diese sind gar „liebevolle Brüllerei“?  ***** Ernsthaft eine Waffe in der Hand zu halten, die geladen ist, ist schon unheimlich. Eine falsche Bewegung und jemand könnte tot sein. Dazu noch Übungen, in denen man auf Zielscheiben schiesst, die entfernt an Menschen erinnern und bei denen es zwischendurch Anweisungen gibt wie: „Der linke schiesst noch.“, was bedeutet, dass man dem noch eine Kugel verpassen muss. Wer zum Teufel hat sich ausgedacht, andere Menschen umzubringen? Was für eine kranke Scheisse ist das? Ja, Schießen macht schon Spaß. Aber wie kann man den Rest dabei nur Ausblenden? ]]></description>
		
		
		
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		<title>Leben auf dem Acker</title>
		<link>https://223degrees.com/blog/leben-auf-dem-acker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 21:45:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Vier Tage lang geht das Spiel jetzt. Schon am ersten Tag setzt Tauwetter ein und die vereisten Wege werden zu Bächen, jedes Schlagloch wird ein kleiner See und die Wiese zur knöcheltiefen Fango-Packung. Highlights: Nässe- und Kälteschutz Überziehschuhe* Nachtschiessen** Aufklaren*** Die Feldcouch**** (Das Büdchen*****) ______ * In diesen relativ dünnen, kniehohen, grünen Gummi-Überschuhe sieht man aus wie ein Frosch, aber: Der Schlamm bleibt draußen (am Ende schlüpft man einfach wieder mit sauberen Schuhen aus den Dingern raus) und die halten richtig warm. Das Rumgestehe und Rumgewarte im Wind, egal ob ein paar Grad unter oder über Null macht nämlich leider kalt. Meine neuen Lieblings-Überschuhe! ** An einem der Tage fahren wir zwar zum Abendessen in die Kaserne, aber nur um anschließend direkt wieder rauszufahren. Schiessen im Dunkeln mit Nachtsichtgeräten. Sehr interessante Erfahrung! *** Fällt vermutlich unter Paragraf 7 (Vermögen des Bundes wahren) und natürlich unter „Aufräumen“: Jeden Abend sammeln wir die verschossenen Patronenhülsen ein. Die liegen natürlich nicht auf dem Weg, sondern verstreut in der Fango-Packung, über die den ganzen Tag lang knapp hundert Paar Frosch-Beine gestapft sind. Also nicht fies sein, Handschuhe aus und Hülsen aus dem Schlamm picken! Der Autist in mir wird wach! **** Es gibt nichts zum Hinsetzen. Der Boden ist kalt und nass. Nach und nach entwickeln sich „Techniken“: Rucksack hinlegen und Draufsetzen. Mehrere Rucksäcke drapieren und Hinfläzen. Gemeinschaftliches Fläzen auf mehreren Rucksäcke &#8211; noch besser, weil man sich so gegenseitig wärmt. ***** Unser Kompaniefeldwebel ist mit vor Ort und hat einen Kiosk organisiert. Unter einem Pavillon bietet er die lebensnotwendigen Dinge an, die (die meisten) Soldaten brauchen: Schokoriegel, Energieriegel, Monster White, Cola. Ehrlich gesagt habe ich das Angebot nicht genutzt; für Mittags haben wir LuPas bekommen, es gibt also genug Essen inklusive Snacks. Als Monster zwischendurch aus ist, ist die Meute kurz vor einer Rebellion…]]></description>
		
		
		
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		<title>Auf dem Acker</title>
		<link>https://223degrees.com/blog/auf-dem-acker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Jan 2026 18:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Neuer Ort, gleiche Zeit. Auch hier beginnt der Tag um 5 Uhr in der Früh. Abmarsch zum Frühstück, Marschmarsch zurück (Yeah! Das Frühstück hüpft im Magen!), danach Vollzähligkeit, letzte Instruktionen für den Tag, Klamotten (bereits gepackt) für den Tag aus der Stube holen, Marschmarsch zur Waffenkammer* und Waffe abholen. Soweit so bekannt. Neu ist: Wir steigen wieder in unsere Reisebusse und Jutta (beste Busfahrerin!) fährt uns im Konvoi mit dem anderen Bus und weiteren Fahrzeugen und Pritschen gut zwanzig Minuten über das Übungsgelände (eines der größeren in Deutschland) zu unserer Schießbahn. Hier wird die nächsten vier Tage scharf geschossen. Viel Schießbahn ist hier allerdings nicht. Es handelt sich um eine Wiese. Weit hinten begrenzt durch einen Hügel.**** Und auf dieser Wiese stehen ein paar Holzständer mit Zielscheiben. Auch sonst ist die Infrastruktur spartanisch: Toilette in ca. 1 km Entfernung (oder im Wald), Feuertonne, Mun-Ausgabe-„Gartenlaube“, Schiessbahnleitungscontainer. Zu letzteren beiden haben wir natürlich keinen Zutritt. Alles ist Verschneit, es ist unter Null. Immer mal wieder Schnee und Schneeregen. Das wird bestimmt klasse.   Wir sind in Gruppen eingeteilt. Die Gruppe, die dran ist, läuft von unserem Aufenthaltsbereich an der Mun-Ausgabe vorbei, erhält die für die anstehende Übung benötigte Munition und läuft weiter zu den Bahnen. Natürlich nicht selbstständig &#8211; hier wird jeder Schritt überwacht und angeleitet. Auf Kommando schießen wir mit der ein oder anderen Waffe in dieser oder jener Entfernung eine bestimmte Übung und schon laufen wir wieder zurück zu unserer Feuertonne (in der fast den ganzen Tag nichts brennt, weil die geübte und Biwak-erprobte Truppe es nicht hinbekommt). So geht das den lieben langen Tag. Zwischendurch ein wenig liebevolles Gebrüll &#8211; die Ausbilderdichte ist ziemlich hoch hier und jeder will mal. Am Ende packen wir ein, Jutta fährt uns zurück, Waffen reinigen, Marschmarsch zur Waffenkammer, Marschmarsch zum Abendbrot, Dienstschluss!  ______  * Unsere Waffen haben wir mitgenommen. Neben den Bussen mit den Fliegern** sind auch mehrere LKWs und kleine Pritschen mit haufenweise Material aus Germersheim hergefahren. Und auch in dieser Kaserne, wie vermutlich in jeder, gibt es eine adäquate Unterbringung für die Waffen: Räume ohne oder mit vergitterten Fenstern, sehr dicken Türen und Türschlössern und einem sehr begrenzten Personenkreis, der da rein darf.  ** Flieger ist der kleinste Dienstgrad bei der Luftwaffe. Ich werde üblicherweise mit „Flieger“ oder „Flieger Köpper“ angesprochen (hier wird auch immer am Herr/Frau gespart), genauso, wie ich andere z. B. mit „Herr Oberstabsgefreiter“ oder „Frau Hauptmann“*** anspreche (hier wird auf gar keinen Fall an Frau/Herr gespart!). Wenn sich Flieger nicht total daneben benehme werden sie nach drei Monaten zum Gefreiten, d. h. ich bin ab nächsten Monat „Frau Gefreiter“***.  *** Dienstgrade sind nur männlich. Ich habe gehört, dass die Bundeswehr es mal mit passenden Dienstgraden versucht hat, aber das habe nur „Chaos gegeben“ (heißt also, die Herren haben das nicht hinbekommen 😉), daher wurde das wieder abgeschafft. Frauen heißen also auch Gefreiter, Hauptmann oder General.  **** Eine Einweisung in das Gelände lautete: Wenn im Schussfeld Menschen, Fahrzeuge oder Tiere auftauchen ist sofort Meldung zu machen und das Schießen einzustellen. Rehe sind uns tatsächlich mehrmals über die Bahn gesprungen! ]]></description>
		
		
		
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		<title>Klassenfahrt</title>
		<link>https://223degrees.com/blog/klassenfahrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Jan 2026 17:33:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Laufe des Morgens trudeln die meisten dann ein. Und tatsächlich stehen wir* pünktlich um 12 vor dem Kompaniegebäude. Es gibt dann noch ein ziemliches rauf und runter &#8211; und gefühlte 100 Mal eine Vollzähligkeitsprüfung. Einmal rauf die eine Tasche holen. Einladen in den LKW. Noch mal rauf, die andere Tasche holen. Einladen in den LKW; nein doch nicht, der ist voll. Tasche erst mal wieder rauf, bis die Busse da sind. Wieder runter mit der Tasche. Einladen in den Bus. Ach schade, nein doch nicht, da passen nur die Hälfte der Taschen rein und der zweite Bus ist noch nicht da. Für alle, die in den zweiten Bus gehören: Wieder rauf auf die Stuben. Irgendwann ist der zweite Bus da und wir kommen mit unseren Taschen an und laden sie ein. Die kleinen Rucksäcke passen leider nicht mehr ins Gepäckfach, die müssen wir als Handgepäck mitnehmen. Da die Busfahrerin noch Pause machen muss, dürfen wir samt den Rucksäcken wieder rein ins Gebäude und auf den Stuben warten. Endlich ist es soweit. Nur eine knappe Stunde nach dem ersten Bus verlässt auch unsere Reisegruppe die Kaserne. Es geht 1,5 Stunden nach Baumholder auf den dortigen Truppenübungsplatz. Das gute an der Verspätung: Die Kameraden haben unsere Tasche Nr. 1 schon reingeschleppt und vor unsere Stube gestellt. Das schlechte: Die „guten Betten“** sind schon belegt. Das Ganze fühlt sich so richtig an wie Klassenfahrt und olle Jugendherberge. Zusammen mit den fünf anderen Frauen aus meinem Zug und den vieren aus dem ersten Zug bin ich in einer 10-Frauen-Stube untergebracht. Bei uns im Haus sind wir etwa 40 Menschen, im Gebäude nebenan sind die restlichen 30 und auf der anderen Seite nebenan wohnen die Ausbilder. Es geht schlechter (manche der Männerstuben sind 14-Mann-Stuben) aber auch besser (es gibt auch eine 4-Mann-Stube). Gut ist das Platzangebot, es ist viel mehr Platz zwischen den Betten und Spinden, so dass man sich mit seinem ganzen Gelumpe nicht gegenseitig auf den Füßen steht. Schlecht ist die Sauberkeit, hier liegt gefühlt der Dreck der letzten 50 Jahre. Noch schlechter ist die Toiletten- und Waschraumsituation, es gibt nur eine „Örtlichkeit“ mit 4 Toiletten, Pissoires, ein paar Duschen und Waschbecken. Getrennte Waschräume für Männer und Frauen sind nicht vorgesehen, die Kaserne stammt wohl aus einer Zeit, als Frauen nicht nicht zur Bundeswehr durften.*** Und schon treten wir wieder an (natürlich mit Vollzähligkeitsprüfung). Anscheinend haben wir es ohne Verluste bis ins Lager Aulenbach geschafft. Es gibt noch einmal Instruktionen zum Verhalten im Lager sowie zur Benutzung der „Gemeinschaftsduschen“****. Anschließend geht es direkt zum Abendessen. Noch bevor wir an der Truppenküche ankommen hören wir laute Musik. Als wir dann vor dem Gebäude stehen ist es klar, dass diese genau dort her kommt. Eigentlich würde man erwarten, dass die Wände sich bei jedem Beat ein bisschen ausdehnen und Putz von den Wänden bröckelt so laut wummert es. Hier heißt Küche anscheinend Party! Drinnen stellen wir dann fest, dass die Köche auch anders aussehen als das Küchenpersonal in der Truppenküche in Germersheim und dass das Essen viel besser schmeckt! Die vier Schränke, die hier die Küche schmeißen (und dabei laute Musik mögen) verstehen ihr Handwerk und tragen die Titel „Küchenbullen“***** bzw. KSK****** zu Recht. Danach organisieren wir die Badezimmerzeiten (schwierig, aber irgendwann sind sich alle einig), duschen, putzen Zähne, schminken uns ab (zumindest die geschminkten*******), sind bettfertig und um neun will die erste der Zehn das Licht aus haben. Während die Männer es beim duschen unten musikalisch den Küchenbullen nachtun, versuchen wir zu schlafen. ______ * „Wir“ sind in diesem Fall der erste Zug und der halbe zweite Zug. Der Rest (die andere Hälfte des zweiten Zugs sowie der dritte Zug) bleiben im Germersheim und machen die Klassenfahrt eine Woche später. ** „Gut“ ist hier wenig; „Schlecht“ heißt, dass jeder, der zur Tür reinkommt bei mir vor dem Bett steht. *** Seit 1975 durften Frauen bei der Bundeswehr im Sanitätsdienst arbeiten und seit 2001 dann auch in jedem anderen Bereich. Hat ja gar nicht lange gedauert… Falls jemanden die Details interessieren findet sich die Geschichte hier: Frauen bei der Bundeswehr. Die dafür nötige Grundgesetzänderung wurde natürlich nicht freiwillig vorgenommen und auch nicht von einem Mann gefordert… **** Das wird noch ein schwieriges Thema. Erst einmal wird bekannt gegeben, dass Duschen und Waschraum den Frauen gehören (die Toiletten nicht, die gehören allen, aber es gibt nur eine Tür, wer in die Toilette geht schaut automatisch in Waschraum und Dusche &#8211; vor allem wenn er oder sie sich die Hände waschen will). Aber falls man sich einig wird über Zeiten, könnten die Männer diese ebenfalls nutzen, ansonsten bliebe ihnen nur die Duschen im Nachbargebäude mit zu nutzen. ***** salopp, besonders Soldatensprache: Koch in einer Großküche, Kantine ****** Kommando Suppenküche 😉 ******* Schminken ist bei der Bundeswehr nur sehr dezent erlaubt, was die jungen Frauen nicht davon abhält alles aufzutragen, was geht.]]></description>
		
		
		
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		<title>Wochenendschicht</title>
		<link>https://223degrees.com/blog/wochenendschicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 10:33:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Kameradinnen haben es schon mal gemacht (aus unterschiedlichen Gründen) und jetzt ich auch: Dieses Wochenende bleibe ich in der Kaserne. Keine Familienheimfahrt. Denn: Am Sonntag ist um 12 Uhr Antreten. Also bleibe ich am Freitag nach Dienstschluss mit wenigen anderen Kameraden zurück, während der Großteil sich nach Hause verabschiedet. Was mache ich den lieben langen Tag? Am Freitag gehe ich mit ein paar Leuten zum nächsten Supermarkt um die fehlenden Mahlzeiten* für das Wochenende und ein Wegeis zu kaufen. Die bereitet jeder in seiner Stube** zu und dann treffen wir uns zum gemeinsamen Essen bei einem Kameraden. Ansonsten lege ich die Füße hoch und lese.  Es ist still im Gebäude. Die wenigen Menschen die da sind gammeln vor sich hin, schauen das Internet leer, schlafen lange, machen Mittagsschlaf und gehen abends früh schlafen. Der UvD dreht ein paar Mal still eine Runde durchs Gebäude und schaut ob irgendwer Mist baut. Duschen und Toiletten habe ich komplett für mich alleine.  Samstag geht es ähnlich zu, nur dass die wenigen anderen noch später aufstehen als ich. Über Tag kümmere ich mich um ein paar Ausrüstungsgegenstände. Der Helm muss noch mal neu eingestellt werden, das Ding drückt wie blöd auf meine Stirn. Ich probiere eine ganze Weile mit den verschiedenen Polstern und Netzen rum. In die Schießbrille muss ich meinen Brilleneinsatz mit Sehstärke einsetzen. Genauso in die ABC-Schutzmaske. Alles ziemlich friemelig, aber ich habe ja Zeit. Zwischen durch gibt es Kaffee und Kekse (dank Emmas EPA hatte ich nicht nur was für Freitag sondern auch für heute). Als Mittags der Regen nachlässt gehe ich zu einem längeren Spaziergang raus ins Übungsgelände; Ziel Silbersee. Ein paar hübsche Pilze finde ich auch, aber ich vermute, der Frost hat viele ihrem Ende zugeführt. Am Abend gibt es Eintopf Nr. 2. Ein paar Kameradinnen trudeln am Abend ein und machen das gleiche wie ich: Packen. Wir müssen morgen, Sonntag, nicht nur um 12 Uhr antreten sondern mit unserem Gepäck für eine Woche antreten. Schon ist der Tag vorbei. Ich genieße diese zwei Nächte, in denen ich in der Stube machen kann, was ich will, in diesem Fall: Heizung aus und Fenster auf!***  ______ * Man kann sich für das Wochenende auch zum „Verpflegen“ anmelden, dann gibt es entweder in der Truppenküche (sollten sich viele angemeldet haben) oder im Mannschaftsheim (wenn sich wenige angemeldet haben) Frühstück, Mittagessen und Abendbrot (je nachdem, wofür man, sich angemeldet hat). Allerdings muss man sich am vorhergehenden Wochenende schon anmelden. Da die Informationslage wie immer dünn war und ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, ob „Mittag“ 12 Uhr oder vielleicht auch 14 Uhr heißt (letzteres hätte es möglich gemacht erst am Sonntag morgen von zu Hause aus loszufahren), bin ich nicht angemeldet und muss selber „verpflegen“. Es gibt aber mehr Gründe sich selber Nahrung zu beschaffen: Die Verpflegungszeiten &#8211; wer will denn am Wochenende früh aufstehen? Das Verpflegungsangebot &#8211; zumindest abends gibt es am Wochenende nur LuPas. Ich habe aus Emmas EPA praktisch das gesamte Essen bekommen, weil sie nichts davon mochte &#8211; der Großteil der Wochenendverpflegung ist also schon gesichert.  ** In einer Stube besitzen die Bewohner einen Kontaktgrill. Dort wird Fisch im Backteig gegrillt. Bei mir wird Eintopf aus Emmas EPA im Wasserkocher aufgewärmt. Zum Nachtisch gibt es Trauben und Kekse. Beim Dritten gibt es kaltes Essen und zum Nachtisch Eis. Und der letzte hat sich einen Döner geholt.  *** Meine Stubenkameradinnen sind leider Frostbeulen, was dazu führt, dass wir mit Fenster zu und Heizung an schlafen. Weil es draußen ziemlich kalt ist müssen wir die Heizung leider ziemlich hoch drehen, so dass meine Nase nachts so zugeschwollen ist, dass Nasentropfen nehme, damit mir kein Schlaf flöten geht. Morgens habe ich dann auch richtig dicke Augen. Verflixte Kameradschaft. ]]></description>
		
		
		
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		<title>Vorurteile</title>
		<link>https://223degrees.com/blog/vorurteile/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 13:47:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich hatte Schlimmes erwartet. Ein ganzer Haufen 18-jähriger, die noch am pubertieren sind und keinen vernünftigen Satz sprechen können.  Aber: Die jungen Leute sind ganz normale Menschen! Wer hätte das gedacht? Sie sprechen ganz normales Deutsch (auch wenn sie anders können). Sie sind freundlich und höflich (auch wenn es Ausnahmen gibt). Sie sind klug oder auch nicht (wie Menschen in jeder Altersklasse). Ich komme sehr gut mit diesem Jungvolk aus (und sie hoffentlich auch mit mir).  Es ist also Zeit sämtliche Vorurteile einfach die Tonne zu treten. Wie schön! ]]></description>
		
		
		
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		<title>Biwakieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 18:30:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stubentagebuch | 2025-26]]></category>
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					<description><![CDATA[Endlich ist es soweit! Viele freuen sich wirklich &#8211; ich auch &#8211; und manche freuen sich gar nicht auf die zwei Tage. Nach dem Frühstück malen wir uns fachgerecht die Gesichter grün und braun, ziehen alles an und auf, wanken die Treppen runter, holen unsere Gewehre aus der Waffenkammer ab, stehen (wie immer) noch viel zu lange mit all dem Kram dumm rum und dürfen endlich losmarschieren. Es ist unfassbar anstrengend. Zwischendurch müssen kurze Strecken gelaufen werden (Laufen im Sinne von Rennen, wenn auch langsam). Die Wege sind total glatt, ich mache nichts als einfach weiter und auf meine Füße aufpassen. Am Platz der Gruppe angekommen können wir gar nicht fassen, dass wir es (alle) geschafft haben. Das „Tagesgeschäft“ geht los: Zelte aufbauen*, Feuer machen, Wachposten besetzen und die Schichten bis zum nächsten Tag einteilen. Endlich bekommen wir auch Platzpatronen. Holz holen, Gewehrständer bauen, Magazine aufmunitionieren, … Und natürlich immer wieder Alarme. Heute gleiten wir mit Weste, Belt, vollen Magazinen und Gewehr genauso wenig elegant in die Stellungen wie am Tag zuvor. Und wir stellen fest, dass die Stellungen nicht so toll sind, wie wir dachten. In die eine kommt man kriechender Weise nicht rein, schon gar nicht wenn schon vier drin sind. In der nächsten muss man auf Zehenspitzen stehen, wenn man nicht in den Himmel zielen will. Und in der dritten kann man nicht gerade stehen weil die Decke zu niedrig ist und es gibt es keine vernünftige Sitzgelegenheit. Wieder was durch Schmerzen gelernt…  Mittags und abends suchen wir uns aus unseren Überraschungstüten** was zu Essen aus und bereiten es am Feuer zu. Zusätzlich gibt es gemeinschaftlich angeschafften Pizzateig (Stockbrot) und Würstchen (Stockwürstchen).  Nach dem Abendessen ist mir schön warm, ich bin satt und fühle, dass das ein guter Moment fürs Bett ist. Biwacksack und Schlafsack liegen bereit. Der Rucksack ist unter dem Gepäck-Tarp geparkt. Zähneputzen, Gesicht und Hände waschen***, … Alarm! So ein Mist. Also hocken wir wieder zusammengequetscht in unseren Stellungen, beobachten „den Feind“ und schießen wenns befohlen wird. Als die ganze Aufregung sich gelegt hat ist es 22 Uhr und ich will nicht mehr ins Zelt. Um 4:20 muss ich wieder aufstehen. Außer zwei oder drei Kameraden bleibt unsere ganze Gruppe am Feuer hocken. Keiner hat mehr Lust auf Zelt (oder hatte nie vor ins Zelt zu gehen); alle haben Angst von einem Alarm kalt im Schlaf erwischt zu werde. So verbringen wir die Nacht damit zu quatschen, mehr Würstchen zu braten und Holz zu holen, zu sägen und klein zu hacken (zu Freude der nebenan wohnenden Gruppen), denn: Wir hatten natürlich nicht genug für die ganze Nacht…  Um 5 Uhr starte ich mit einem Kameraden in meine letzte Schicht als Wachposten. Die Schichten zwischen 2 und 7 Uhr sind total undankbar. Wir frieren uns alle den Arsch ab in unserem Erdloch. Anschließend verpasse ich den Moment mir Frühstück zu machen und schon geht der Strudel der Ereignisse von vorne los. Alarm!**** Einpacken! Abmarsch!  Noch vor Mittag sind wir zurück in der Kaserne. Es geht Vollgas weiter: Erst kümmern wir und um die (völlig versandeten) Gewehre. Dann um das allgemeine Material. Dann um das persönliche Material. Dann um den Menschen. Alles muss gereinigt und getrocknet werden. Von Sandsäcke aussklopfen über Wasserkanister abspülen bis Schaufeln einölen ist alles dabei. Gegen 20 Uhr bin ich mit dem Gröbsten durch und verabschiede mich in die Dusche und dann ins Bett. Selten so tief geschl… Schnarch!  ______* Der Boden ist so hart gefroren, dass wir die Heringe kaum reingeschlagen bekommen. Einige Heringe verbiegen wir bei der Aktion. Ich habe &#8211; Fluch und Segen zugleich &#8211; keinen Zeltpartner. Jeder von uns hat eine Zeltbahn. Die kann man mit der eines anderen zusammenknüpfen uns so ergibt sich ein Zwei-Personen-Zelt. Ich bekomme noch eine zweite Zeltbahn aus dem allgemeinen Material. Größeres Zelt für mich alleine, aber mehr Arbeit für mich alleine.  ** Wir haben jeder ein EPA bekommen &#8211; eine Einpersonenpackung. Diese Pappkiste enthält Nahrung für 24 Stunden. Alles, was ich nicht mag (Isotonische Getränkepulver, irgendwelcher Süßkram), habe ich natürlich in der Stube gelassen und nur die wichtigen Dinge mitgenommen (Nudeln in Kräutersauce, Kartoffeln mit Rindfleisch, Müsli, Kaffee).  *** Waschen heißt: Mit Feuchttüchern abrubbeln. Ich habe leider erst am nächsten Morgen gesehen, dass es Wasserkanister gab, die man sich an den Gruppenplatz hätte holen können.  **** Als irgendwann der Befehl kommt alle Munition zu verschießen ist klar, dass das das Ende ist.]]></description>
		
		
		
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